Biodiversität im Wald fördern
Nur 7 Prozent des Berner Waldes sind biodiversitätswirksam – mit abgestuften Waldrändern, Totholz und Habitatbäumen könnten es 35 Prozent sein. Die Motion verlangt vom Gemeinderat eine Planung mit Terminen und Kosten für Biodiversität und Klima im Wald.
Der Gemeinderat wird aufgefordert:
- Eine Planung mit Terminierung und Kostenberechnung für Biodiversitätsförder- und Klimamassnahmen im Bereich Wald vorzulegen.
- Folgende Inhalte sind unter anderem vorzusehen:
- Prüfung und Bewertung des Naturschutz- und Aufwertungspotenzials jeder Waldparzelle im Eigentum der Stadt Bern
- Förderung einer Bewirtschaftung gemäss den Kriterien des naturnahen und klimaadaptierten Waldbaus
- Ausweisung und langfristige Sicherung von Waldreservaten, Habitatbäumen und Alt- und Totholzinseln
- Ökologische Aufwertung und Vernetzung der Waldränder
- Massnahmen zum Schutz und zur Förderung von vorkommenden national prioritären Waldarten
- Förderung von seltenen und besonderen Baumarten
- Bekämpfung von invasiven Neophyten
- Erstellung eines Monitoringkonzepts über mindestens 10 Jahre für die Wirkungskontrolle der umgesetzten Massnahmen
- Eingehen von Partnerschaften mit Grundstückeigentümerschaften, Unternehmen, Organisationen und Behörden zur Förderung biodiversitätswirksamer Flächen im Wald.
Begründung
Der Biodiversitätsschwund ist eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit. Da der Rückgang der Biodiversität langsam und schrittweise vor sich geht, wird die Tragweite der Problematik bisher zu wenig wahrgenommen. Der Erhalt der Biodiversität liegt jedoch in unseren eigenen Interessen. Wirtschaft und Gesellschaft hängen von funktionsfähigen Ökosystemen ab.
Die letzten Jahre konnte im Siedlungsgebiet erfreulicherweise der Anteil naturnaher Lebensräume zugunsten der Biodiversität erhöht werden. Vom Gemeindegebiet ist jedoch insgesamt nur die Hälfte Siedlungsgebiet. Der Rest ist Wald und Landwirtschaftsland. In diesen Gebieten ist die Arten- und Lebensraumvielfalt ungenügend und es gibt viel Aufholbedarf.
Aktuell sind einzig 7 Prozent des Waldes biodiversitätswirksam. Als biodiversitätswirksam gelten die Waldbereiche, welche wichtige Rückzugs- und Lebensräume für verschiedene und spezialisierte sowie gefährdete Tier-, Pilz- und Pflanzenarten bilden.
Aktuell ist ein Grossteil des Waldes in der Stadt Bern aus Sicht der Biodiversität bezüglich Strukturen- und Artenzusammensetzung nicht optimal. Das vorhandene Aufwertungspotenzial ist riesig. Mit der Förderung von abgestuften Waldrändern, genügend Totholzanteil sowie von Habitatbäumen könnten 35 Prozent der städtischen Waldflächen biodiversitätswirksam werden. Der Gemeinderat wird deshalb aufgefordert, eine Planung zu erarbeiten, wie und wann das Aufwertungspotenzial genutzt werden kann, und die entsprechenden Kosten auszuweisen.
Dies ist nach dem Siedlungsgebiet einer der nächsten wichtigen Schritte, um als Stadt den Biodiversitätsschwund zu bekämpfen und funktionierende, resiliente Ökosysteme, auf die wir alle angewiesen sind, weiter zu fördern.
Eckdaten
Erstunterzeichnende: Nora Joos (JA!), Mirjam Läderach (GB), Katharina Gallizzi (GB), Tobias Sennhauser (TIF)
Mitunterzeichnende: Anouk Ursin, Matteo Micieli, Raffael Joggi, Franziska Geiser, Anna Leissing, Esther Meier, Lea Bill, Lea Schweri, Ronja Rennenkampff, Anna Jegher, Seraphine Iseli
Parlament: Stadtrat Bern
Einreichungsdatum: 12.02.2026
Antwort des Gemeinderats
Der Gemeinderat hat den Vorstoss beantwortet.