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Medienmitteilung

Fast 15.000 Menschen fordern Grundrechte für Schweine

Im Juni 2020 veröffentlichte Tier im Fokus (TIF) schockierende Aufnahmen aus diversen Schweine-Betrieben in sechs Kantonen. Der Aufschrei in der Bevölkerung war gross. Nun fordern fast 15.000 Leute Grundrechte für Schweine, wie ein Recht auf Leben oder Unversehrtheit.

TIF-Aktivist*innen reichen in Bern die Petition «Schweine haben Rechte!» ein. | Fotos: Tobias Sennhauser

Der Tierschutzskandal war perfekt: Verdeckte Aufnahmen aus 13 Schweine-Betrieben in sechs Kantonen zeigten krasse Missstände, darunter kranke, verletzte und sogar tote Schweine. Es folgten mehrere Anzeigen wegen Tierquälerei. Publik gemacht hat die Aufnahmen die Tierrechtsorganisation Tier im Fokus (TIF). Um das Leben der Schweine zu verbessern, lancierte TIF eine Petition für Grundrechte für Schweine. Diese wurde nun mit 14.179 Unterschriften eingereicht.

Die Petition «Schweine haben Rechte!» fordert von der Politik Grundrechte für Schweine, wie das Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit. Es wäre ein Bruch mit dem geltenden Tierschutzgesetz. «Die Aufnahmen zeigen, dass das Tierschutzgesetz den vielfältigen Bedürfnissen der Schweine nicht gerecht werden», sagt TIF-Präsident Tobias Sennhauser. Erst Grundrechte würden die Schweine tatsächlich schützen.

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Die Macht der Agrarlobby

Für die Fleischindustrie hätte ein Recht auf Leben oder Unversehrtheit für Schweine einschneidende Konsequenzen. Mit Grundrechten wäre es unmöglich, Schweine auf Hochleistung zu züchten, in Massentierhaltung zu mästen oder im Akkord zu töten. «Grundrechte für Nutztiere würde das Ende der Fleischindustrie bedeuten», so Sennhauser.

Die fast 15.000 Unterschriften wertet TIF als grossen Erfolg. «Die hohe Zahl an Unterschriften zeigt, dass der Rückhalt der Bevölkerung für die Tierindustrie bröckelt», sagt Sennhauser. Das zeige sich auch beim Fleischkonsum. Dieser sank in den letzten zehn Jahren um satte zehn Prozent, der Konsum von Schweinefleisch gar um 15 Prozent.

Ungeachtet des gesellschaftlichen Wandels demonstriert die Agrarlobby im Parlament ihre Macht. Die Agrarpolitik 22+, die auf eine sanfte Ökologisierung der Landwirtschaft abzielte und den Tierbestand reduzieren wollte, wurde von der zuständigen Kommission des Ständerates zurückgewiesen. Stimmt der Ständerat zu, droht eine Verzögerung um Jahre.

Für die Schweine bedeutet das, soviel steht fest, nichts Gutes.

Über Tier im Fokus

Tier im Fokus (TIF) ist eine Tierrechtsorganisation. Sie setzt sich für die Abschaffung der Nutztierhaltung, die Überwindung des Speziesismus sowie die Förderung des Veganismus ein.

Kontakt

Tobias Sennhauser, Präsident Tier im Fokus
tobias.sennhauser[at]tier-im-fokus.ch

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