Der Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana am 1. Januar 2026 mit 41 Toten hat den Walliser Staatsrat dazu bewogen, Pyrotechnik in öffentlich zugänglichen Räumen zu untersagen. «Für Bern ist das das Signal, bestehende Regelungslücken zu schliessen, bevor sich Vergleichbares ereignet», sagt Tobias Sennhauser, Stadtrat und Mediensprecher von Tier im Fokus (TIF). Offene Flammen in einer Zelthalle seien für sich ein Brandrisiko; kombiniert mit Fluchttieren potenziere sich das Risiko für Publikum, Helfer:innen und Einsatzkräfte.
Auch aus Tierschutzsicht sind solche Shows problematisch. Das Pferd ist ein Fluchttier, Feuer gehört zu den evolutionär verankerten Gefahrenreizen. «Ein ruhig wirkendes Pferd am Flammenreifen ist nicht entspannt – es hat nur gelernt, nicht mehr zu fliehen», sagt Sennhauser. Dazu kommt ein direktes Verletzungsrisiko: Mähne, Schweif und Fell sind entzündlich, die Pferde haben keine Kontrolle über die Abstände zum Feuer.
Die eingereichte Motion verlangt ein Verbot von Feuershows mit Tieren. Dazu soll das Berner Feuerwerkreglement (FWR) angepasst werden, das heute nur Feuerwerkskörper nach der Sprengstoffverordnung des Bundes erfasst. Fackeln und Brennstoff-Flammenwerfer fallen in eine Regelungslücke, obwohl sie das Schutzgut des FWR – Personen, Tiere und Sachen (Art. 3 FWR) – in gleichem Mass berühren. Die Motion schliesst diese Lücke polizei- und sicherheitsrechtlich in der kommunalen Kompetenz für Gefahrenabwehr, ohne in die Tierschutzgesetzgebung des Bundes (Art. 80 BV) einzugreifen. Eingereicht wurde sie von Tobias Sennhauser (TIF).
Tier im Fokus (TIF) hat das FWR erst kürzlich erfolgreich angepasst: Nach einem Vorstoss der Organisation beschloss der Stadtrat knapp ein Verbot von lautem Feuerwerk. Damit wird die Stadt Bern die erste Gemeinde im Kanton, die lautes Feuerwerk verbietet.











