Analog zum bekannten Earth Overshoot Day, der den Tag markiert, an dem die Menschheit die Ressourcen eines ganzen Jahres aufgebraucht hat, berechnet Tier im Fokus (TIF) für die Schweiz einen Meat Overshoot Day. Er zeigt, an welchem Tag eine durchschnittlich konsumierende Person die offizielle Jahresempfehlung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) für Fleisch ausgeschöpft hat. Aktuell fällt dieser Tag gemäss TIF-Rechnung auf den 17. Mai — den 137. Tag oder bei 37,5 Prozent des Jahres. Den Rest des Jahres, über sieben Monate, liegt der Konsum jenseits der Bundesempfehlung.
Die Schweizer Lebensmittelpyramide des BLV empfiehlt höchstens zwei bis drei Portionen Fleisch pro Woche, hochgerechnet 18,72 Kilogramm pro Person und Jahr. Laut Proviande werden in der Schweiz tatsächlich 49,86 Kilogramm pro Kopf verkauft — fast das Dreifache. Der Vergleich ist dabei konservativ gerechnet: Der Pro-Kopf-Wert ist ein Durchschnitt über die gesamte Wohnbevölkerung, inklusive der rund sechs Prozent, die sich gemäss Swissveg-Umfrage vegetarisch oder vegan ernähren. Für die tatsächlich fleischessende Bevölkerung folgt der Meat Overshoot Day entsprechend früher.
«Unser hoher Fleischkonsum gefährdet Mensch, Tier und Umwelt», sagt Tobias Sennhauser, Mediensprecher von Tier im Fokus (TIF). Konsequenterweise müssten Anreize minimiert werden, die den Fleischkonsum ankurbeln. TIF fordert deshalb ein Verbot von Fleischwerbung und ein Stopp der Subventionen für Fleischwerbung. Ausserdem soll die pflanzliche Verpflegung als Standard in den Kantinen der öffentlichen Hand — Spitäler, Schulen und Verwaltung — werden.
Mit mehreren Vorstössen im Berner Stadtrat will Tier im Fokus (TIF) die pflanzliche Ernährung fördern. So fordert die Organisation einerseits, dass auch vegane Ernährung in Berner Schulen angeboten wird. Andererseits hat TIF einen Vorstoss für einen wöchentlichen Klimateller eingereicht — ein pflanzlicher Tag für alle.











