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Medienmitteilung

Diese Hühner leiden für Ostern

Kannibalismus im Hühnerstall – Tier im Fokus (TIF) veröffentlicht krasse Missstände in mehreren Schweizer Betrieben in den Kantonen Aargau und Freiburg. Mit einer Petition will die Tierrechtsorganisation die Überproduktion an Eiern stoppen.

Unsicher pickt das Huhn an einer Plastik-Matte im Stall. Vermutlich ist es blind, sein Kopf ist von Narben übersät, sein rechtes Auge bleibt geschlossen. Auch am Fuss klaffen offene Wunden. Das Huhn torkelt beim Gehen und kann sich nur mit Mühe am Gitter-Boden festkrallen. Das zeigen verdeckte Aufnahmen, die die Schweizer Tierrechtsorganisation Tier im Fokus (TIF) an Ostern veröffentlicht. Sie stammen aus den Kantonen Aargau und Freiburg.

Die Aufnahmen zeigen ferner zahlreiche Hühner, die apathisch oder sogar tot im Stall liegen – inmitten ihrer Artgenossen. Ausserdem weisen unzählige Hühner ein gerupftes Federkleid und Verletzungen auf. «Federpicken und Kannibalismus sind ungelöste Probleme in der Eierindustrie», sagt TIF-Präsident Tobias Sennhauser. Die Hühner können dabei so viel Blut verlieren, dass sie daran sterben. Als Ursache wird u.a. Stress aufgeführt.

«Kranke und verletzte Hühner müssten sofort von der Herde separiert und behandelt werden», sagt Sennhauser. Trotzdem werden sie immer wieder ihrem Schicksal überlassen. In der Massentierhaltung leben bis zu 18.000 Legehennen. Bei so vielen Tieren werden kranke und verletzte Individuen immer wieder übersehen.

Mit einer Petition gegen die Überproduktion

In der Schweiz gibt es eine Überproduktion an Eiern. Vor Ostern ist die Nachfrage riesig, deshalb werden zu viele Hennen eingestallt. Wenn der Konsum nach Ostern zusammenbricht, bleiben die Händler auf ihren Eiern sitzen. 

Hier springt der Staat ein: Im Rahmen der sogenannten Marktentlastungsnahmen fördert der Bund den Absatz von Eiern in Millionenhöhe. So erhalten die Grossverteiler Migros oder Coop staatliche Unterstützung zur Finanzierung von Ei-Aktionen, wie sie auf Anfrage von Tier im Fokus (TIF) bestätigen. 

«Es kann nicht sein, dass der Konsum von Eiern staatlich angekurbelt wird», sagt Sennhauser. Tier im Fokus (TIF) fordert deshalb in einer Petition an den Nationalrat, dass die Marktentlastungsmassnahmen gestrichen werden. Statt Eier staatlich zu verramschen, müsse der Konsum sinken.

Weitere investigative Kampagnen von Tier im Fokus (TIF)

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