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Medienmitteilung

Berner Stadtrat hinterfragt Viehschauen an der BEA

Tier im Fokus (TIF) kritisiert das Vorgehen bei der Viehschau an der BEA: Um möglichst pralle Euter zu präsentieren, wird bewusst das Melken verzögert und die Zitzen der Kühe werden verklebt – eine Praxis, die Tierschutzfragen aufwirft und zu gesundheitlichen Schäden führen kann.

Eine Kuh steht unruhig im Ausstellungsgelände der BEA, ihr Euter prall. Seit Stunden wurde sie nicht gemolken, ihre Zitzen sind verklebt – alles, um bei der Viehschau den begehrten Titel «Miss BEA» einzuheimsen.

Was für Besucher:innen nach einem harmlosen Spektakel aussieht, bedeutet für die Tiere jedoch erhebliches Leiden. «Es kann nicht sein, dass Tiere für fragwürdige Schönheitsideale leiden müssen», sagt Stadtrat Tobias Sennhauser (TIF).

Kühe gezielt möglichst lange nicht zu melken und ihre Zitzen zu verkleben, kann zu schmerzhaften Ödemen führen. Gemäss Recherchen von TIF fiel an der diesjährigen BEA eine Kuh durch die Ultraschall-Kontrolle. «Welche strafrechtlichen oder wettbewerblichen Konsequenzen hatte der Vorfall an der diesjährigen BEA, bei dem eine Kuh bei der Ultraschallkontrolle auf schmerzhafte Ödeme auffiel?», fragen die Einreichenden Tobias Sennhauser (TIF), David Böhner (AL) und Sofia Fisch (JUSO) im Vorstoss.

Für ein Verbot des Zitzenverklebens

Tier im Fokus (TIF) fordert, das Verkleben der Zitzen zu verbieten und die bestehenden Ultraschallkontrollen auszubauen: Nebst der Kontrolle vor der Schau soll künftig zwingend auch danach kontrolliert werden, um illegale Melkzeiten konsequent aufzudecken. Gemäss TIF-Recherchen stehen bereits heute Züchter:innen teilweise mitten in der Nacht auf, um die Melkintervalle auszudehnen.

Über diese Sofortmassnahmen hinaus verlangt TIF jedoch grundsätzlich eine kritische Diskussion über Viehschauen. Deshalb fragt der Vorstoss explizit nach der Haltung des Gemeinderates: «Welche Schritte ist der Gemeinderat bereit zu unternehmen, um grundsätzlich zu überprüfen, ob Viehschauen an der BEA noch zeitgemäss und aus Tierschutzsicht vertretbar sind?»

Mit dem Vorstoss will TIF die gewaltsamen Praktiken an der BEA aufmerksam machen. Die Tierrechtsorganisation plant weitere Vorstösse im Berner Stadtrat.

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