Biodiversität im Landwirtschaftsgebiet fördern
Nur 13,5 Prozent des Berner Landwirtschaftsgebiets sind biodiversitätswirksam. Wildtiere finden dort kaum Unterschlupf und Nahrung. Die Motion verlangt vom Gemeinderat eine Planung mit Terminen und Kosten für Biodiversitäts- und Klimamassnahmen in der Landwirtschaft.
Der Gemeinderat wird aufgefordert:
- Eine Planung mit Terminierung und Kostenberechnung für Biodiversitäts- und Klimamassnahmen im Bereich Landwirtschaft vorzulegen.
- Folgende Inhalte sind unter anderem vorzusehen:
- Prüfung und Bewertung des Aufwertungspotenzials aller Landwirtschaftsflächen auf Stadtgebiet
- Terminierung einer Anpassung der Pachtverträge städtischer landwirtschaftlicher Grundstücke gemäss den Zielen des Biodiversitätskonzepts
- Anbietung von Beratung von Einzelbetrieben für eine umweltverträgliche Landwirtschaft
- Einführung von städtischen Beiträgen für Verzicht auf Herbizide im Ackerbau, wichtige Artenprojekte und zur Förderung wichtiger Elemente (z. B. Wildhecken, Bäume, Saatgut, Kleinstrukturen, Stillgewässer)
- Erstellung eines Monitoringkonzepts über mindestens 10 Jahre für die Wirkungskontrolle der umgesetzten Massnahmen
Begründung
Der Biodiversitätsschwund ist eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit. Da der Rückgang der Biodiversität langsam und schrittweise vor sich geht, wird die Tragweite der Problematik bisher zu wenig wahrgenommen. Der Erhalt der Biodiversität liegt jedoch in unseren eigenen Interessen. Wirtschaft und Gesellschaft hängen von funktionsfähigen Ökosystemen ab.
Die letzten Jahre konnte im Siedlungsgebiet erfreulicherweise der Anteil naturnaher Lebensräume zugunsten der Biodiversität erhöht werden. Vom Gemeindegebiet ist jedoch insgesamt nur die Hälfte Siedlungsgebiet. Der Rest ist Wald und Landwirtschaftsland. In diesen Gebieten ist die Arten- und Lebensraumvielfalt ungenügend und es gibt viel Aufholbedarf.
Aktuell sind einzig 13,5 Prozent des Landwirtschaftsgebiets biodiversitätswirksam. Als biodiversitätswirksam gelten die Biodiversitätsförderflächen BFF gemäss Direktzahlungsverordnung DZV. Der Anteil an biodiversitätswirksamen Flächen wie Blumenwiesen, Gehölze und Hecken in Bern ist im Vergleich zu Nachbargemeinden tief. Wildtiere finden wenig Unterschlupf und Nahrung. In der Kulturlandschaft fehlen ihnen die notwendigen Lebensräume.
Der Gemeinderat wird deshalb aufgefordert, eine Planung zu erarbeiten, wann und wie biodiversitätswirksame Flächen im Landwirtschaftsgebiet in den nächsten Jahren gefördert werden, und die notwendigen Kosten auszuweisen. Die Betrachtung des Landwirtschaftsgebiets ist nach dem Siedlungsgebiet einer der nächsten wichtigen Schritte, um als Stadt den Biodiversitätsschwund zu bekämpfen und funktionierende, resiliente Ökosysteme, auf die wir alle angewiesen sind, weiter zu fördern.
Eckdaten
Erstunterzeichnende: Nora Joos (JA!), Mirjam Läderach (GB), Katharina Gallizzi (GB), Tobias Sennhauser (TIF)
Mitunterzeichnende: Anouk Ursin, Matteo Micieli, Raffael Joggi, Franziska Geiser, Anna Leissing, Esther Meier, Lea Bill, Lea Schweri, Ronja Rennenkampff, Anna Jegher, Seraphine Iseli
Parlament: Stadtrat Bern
Einreichungsdatum: 12.02.2026
Antwort des Gemeinderats
Der Gemeinderat hat den Vorstoss beantwortet.