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Medienmitteilung

Tier im Fokus (TIF) übergibt Protestbrief für schärfere Tierschutzkontrollen

Nachdem Tier im Fokus (TIF) gravierende Missstände im Vorzeigebetrieb aufdeckte, fordert die Organisation nun schärfere Tierschutzkontrollen. Sie übergibt Bundespräsident Guy Parmelin einen Protestbrief mit fast 15’000 Unterschriften.

Bern, 17. Juni 2026 – Aktive von Tier im Fokus (TIF) haben am Mittwoch vor dem Bundeshaus einen überdimensionierten Protestbrief an Bundespräsident Guy Parmelin überbracht. Auf dem Schreiben im A0-Format stehen 14’401 Unterschriften und eine klare Forderung: Tierschutzkontrollen, die ihren Namen verdienen.

Mit dem Brief verlangt die Tierrechtsorganisation drei Korrekturen am Vollzug: Kontrollen sollen grundsätzlich unangemeldet erfolgen, die kantonalen Veterinärämter mehr Personal und Mittel erhalten und die Kantone ihre Daten besser austauschen und koordinieren. Heute ist das Gegenteil die Regel: Die meisten Kontrollen sind angekündigt, und seit dem 1. Januar 2026 können die Kantone bei zehn Prozent der Betriebe ganz auf die Grundkontrolle verzichten (siehe Art. 3 VKKL). Im Hinblick auf die anstehende Agrarpolitik 2030+ will Tier im Fokus (TIF) diesen Kurs korrigieren.

«Eine angekündigte Kontrolle gibt einem Betrieb Zeit, Missstände aus dem Weg zu räumen, bevor jemand hinschaut. So lässt sich Tierschutz nicht durchsetzen», sagt Tobias Sennhauser, Mediensprecher von Tier im Fokus (TIF). «Heute verlieren die Tierschutzkontrollen ihre abschreckende Wirkung.»

Nun beschäftigt sich auch die kantonale Politik mit Tierschutzkontrollen. Die SP-Grossrätin Susanne Clauss will mit ihrer Interpellation «Strenges Gesetz, milder Vollzug?» wissen, warum das kantonale Veterinäramt in einem dokumentierten Fall lediglich eine Verwarnung aussprach und ob der Veterinärdienst über genügend Ressourcen verfügt.

Auslöser war ausgerechnet ein Emmentaler Vorzeigebetrieb, in dem Tier im Fokus (TIF) im März 2026 gravierende Missstände aufdeckte und Strafanzeige wegen Tierquälerei einreichte. Das Verfahren läuft noch. Geführt wird der Hof von Spitzenvertretern der Branche: Der bisherige Betriebsleiter präsidiert den Schweizerischen Schweineproduzentenverband Suisseporcs und sitzt im Vorstand des Schweizer Bauernverband, sein Sohn als heutiger Betriebsleiter sitzt im Vorstand einer Regionalsektion von Suisseporcs.

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