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Medienmitteilung

Tier im Fokus (TIF) nominiert Taubenretterin für den Berner Sozialpreis

Tier im Fokus (TIF) schlägt Raffaela Sina Röthlisberger für den Berner Sozialpreis «freiwillig.engagiert» 2026 vor. Seit drei Jahren befreit sie Stadttauben von Haaren und Schnüren, die sich um deren Füsse gewickelt haben – unbezahlt und meist unbemerkt.

Bern, 2. Oktober 2026 – Manchmal reicht ein Haar oder ein Stück Schnur: Was auf der Strasse liegen bleibt, wird für Stadttauben zur Gefahr. Wickelt es sich um einen Taubenfuss, schneidet es sich mit jedem Schritt tiefer ins Gewebe. Die Blutversorgung stockt, der Fuss entzündet sich, Zehen sterben ab.

Raffaela Sina Röthlisberger löst diese Verschnürungen mit Geduld und Vorsicht. Dafür ist sie alle ein bis zwei Tage in Bern unterwegs, im Schnitt rund zehn Stunden pro Woche. So hilft sie jedes Jahr rund 400 Tauben. Das Material bezahlt sie aus der eigenen Tasche. «Eine Taube mit einem eingeschnürten Fuss fällt kaum jemandem auf», sagt Röthlisberger. «Aber löst ihr niemand die Schnur, verliert sie erst die Zehen und manchmal das Leben.»

Der Berner Sozialpreis «freiwillig.engagiert» würdigt freiwilliges Engagement in der Stadt Bern. Er ist mit 20’000 Franken dotiert und wird am 4. Dezember 2026 verliehen, rund um den UNO-Tag des freiwilligen Engagements. Tier im Fokus (TIF) hat die Nomination am 24. September eingereicht. Der «Bund» hatte Röthlisberger kurz zuvor porträtiert, ein Video von Tier im Fokus (TIF) zeigt sie bei der Arbeit. «Weil Tauben einen schlechten Ruf haben, setzen sich nur wenige für sie ein», sagt Tobias Sennhauser, Mediensprecher von Tier im Fokus (TIF). «Raffaela Sina Röthlisberger tut es trotzdem, Tag für Tag. Das verdient eine Auszeichnung.»

Solche Verletzungen entstehen nicht durch Zufall, sondern durch Abfall. Helfen würden mehr betreute Taubenschläge samt medizinischer Versorgung. So suchen die Tiere weniger auf Strassen und Plätzen nach Nahrung und verheddern sich seltener in weggeworfenen Haaren und Schnüren. In Bern betreut der Tierpark im Auftrag der Stadt mehrere solcher Schläge. Der Gemeinderat wollte dort ab 2027 jährlich 81’254 Franken einsparen, der Stadtrat hat diesen Abbau am 17. September in der Budgetdebatte abgelehnt. Offen ist, was das Taubenmanagement der Stadt einbringt. Tier im Fokus (TIF) will das mit der Interpellation «Was leistet das Berner Taubenmanagement für die Stadt?» klären: Sie fragt nach den Reinigungs- und Instandsetzungskosten, die die Schläge vermeiden. Die Antwort des Gemeinderats steht noch aus.

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