16
Medienmitteilung

Tier im Fokus (TIF) sagt Ja zur Ernährungsinitiative

Bei einem Ja zur Ernährungsinitiative würden sich die Tierbestände in der Schweizer Landwirtschaft fast halbieren. Tier im Fokus (TIF) empfiehlt die Vorlage vom 27. September deshalb zur Annahme.

Bern, 16. September 2026 – Am 27. September stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die Ernährungsinitiative ab. Sie verlangt, dass der Bund einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstrebt – heute liegt er bei 46 Prozent. Erreichen will sie das über die Förderung pflanzlicher Lebensmittel. Was das für die Tiere bedeutet, rechnet der Bundesrat in seiner Botschaft selbst vor: Die Tierbestände würden um fast die Hälfte sinken, betroffen wären vor allem Schweine und Mastgeflügel. Für Tier im Fokus (TIF) ist das der Kern der Vorlage. Die Tierrechtsorganisation empfiehlt ein Ja.

Schweine und Hühner sind besonders betroffen, weil ihre Nahrung auf Ackerland wächst – auf Flächen, die nach einem Ja vermehrt der menschlichen Ernährung dienen würden. Im Jahr 2025 schlachteten Schweizer Betriebe über 86 Millionen Tiere, mehr als je zuvor. Halbierte Bestände bedeuten über die Jahre Millionen Tiere, die gar nicht erst für Mast und Schlachtung geboren werden.

Wie diese Tiere leben, hat Tier im Fokus (TIF) wiederholt dokumentiert. Verdeckte Aufnahmen aus Schweinebetrieben in sechs Kantonen zeigten kranke, verletzte und tote Tiere sowie Schweine, die einander vor lauter Reizarmut den Ringelschwanz blutig kauen; neun Anzeigen wegen mehrfacher Tierquälerei waren die Folge. In einem Eierbetrieb bei Bern dokumentierte die Organisation im Juni 2026 zwischen Gittern verendete Hennen und einen vollständig skelettierten Tierkörper. Die Kantonspolizei Bern ermittelt.

«Von dieser Initiative profitieren vor allem die Tiere in der Massentierhaltung», sagt Corinne Steffen, Kampagnenleiterin von Tier im Fokus (TIF). «Je weniger Tiere in diesen Ställen leben müssen, desto weniger Leid gibt es.»

Die Gegnerschaft warnt vor einem Vegan-Zwang. «Die Initiative enthält weder ein Konsumverbot noch Vorschriften für Privatpersonen», sagt Steffen. «Sie richtet sich an den Bund und dessen Subventionen.»

Laut Bundesrat haben gut drei Viertel der Agrarsubventionen einen direkten oder indirekten Bezug zur Tierhaltung. «Unsere Subventionspolitik macht Fleisch, Milch und Eier künstlich billig», sagt Steffen.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Schreib den ersten.

Kommentar schreiben

Dein Kommentar erscheint sofort. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit dem Absenden bestätigst du, unsere Datenschutzerklärung gelesen zu haben.

Weitere Medienmitteilungen

Schweineseuche: Tier im Fokus verlangt Akteneinsicht
Weiterlesen

Schweineseuche: Tier im Fokus verlangt Akteneinsicht

Weiterlesen
Berner Wirtschaftsstrategie vergisst die Tiere
Weiterlesen

Berner Wirtschaftsstrategie vergisst die Tiere

Weiterlesen
Tier im Fokus (TIF) nominiert Taubenretterin für den Berner Sozialpreis
Weiterlesen

Tier im Fokus (TIF) nominiert Taubenretterin für den Berner Sozialpreis

Weiterlesen
Lauterkeitskommission rügt Eier-Werbung von Suisse Garantie
Weiterlesen

Lauterkeitskommission rügt Eier-Werbung von Suisse Garantie

Weiterlesen
Kutschpferde ohne Schutz: Vorstösse in Stadt, Kanton und Bund
Weiterlesen

Kutschpferde ohne Schutz: Vorstösse in Stadt, Kanton und Bund

Weiterlesen
Tierschutz kritisiert den Abbau der Taubenschläge
Weiterlesen

Tierschutz kritisiert den Abbau der Taubenschläge

Weiterlesen

Fehler gefunden?

Falls du einen Fehler findest, beschreib ihn hier kurz. Danke!

Mitgeschickt werden ausserdem ein Screenshot des sichtbaren Ausschnitts, die Adresse der Seite, Browser und Fenstergrösse. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.