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Medienmitteilung

Stadtrat: Bern soll Klimaziele auf dem Teller erreichen

Bei der Ernährung verfügt die Stadt Bern über einen gewaltigen Hebel für den Klimaschutz. Eine Allianz fordert im Stadtrat nun mit zwei Motionen, dass rein pflanzliche Menüs gefördert werden – für Klima und Inklusion.

Die Stadt Bern verfolgt ehrgeizige Klimaziele. Bis 2045 soll das Netto-Null-Ziel erreicht werden. Dabei verfügt die Stadt bei der Ernährung über einen besonderen Hebel: In städtischen Betreuungseinrichtungen werden jährlich über 600’000 Mahlzeiten ausgegeben. Gleichzeitig zeigen Schweizer Studien, dass besonders tierische Produkte das Klima belasten.

Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass in städtischen Betreuungseinrichtungen bislang vegane Gerichte nicht angeboten werden. Das soll sich nun ändern: Tobias Sennhauser (TIF), Franziska Geiser (GB) und Nora Joos (JA!) wollen mit einer Doppel-Motion die pflanzliche Ernährung stärken.

Ein Klimateller für alle

Die Motion «Pflanzliche Menüs in Berner Kitas und Schulen» fordert eine Anpassung der Ernährungsrichtlinien aus dem Jahr 2017. Diese basieren teilweise auf veralteten Modellen und priorisieren tierische Eiweissquellen, während die aktuelle Schweizer Lebensmittelpyramide längst Hülsenfrüchte als zentrale Proteinquelle empfiehlt. Die Motionär:innen fordern, dass rein pflanzliche Optionen künftig explizit neben vegetarischen Angeboten empfohlen werden.

Die Motion «Ein Klimateller pro Woche für alle» verlangt, dass in städtischen Kitas, Tagesschulen und Kantinen mindestens ein fester Tag pro Woche eingeführt wird, an dem ausschliesslich pflanzliche Menüs angeboten werden.

Der Gemeinderat signalisierte vorgängig Offenheit gegenüber dem Anliegen: In seiner Antwort auf einen Vorstoss sagte die Stadtregierung: «Die Einführung eines regelmässigen rein pflanzlichen Angebots in städtischen Betreuungseinrichtungen kann als Schritt für den Klimaschutz unterstützend wirken».

Niemand wird ausgeschlossen

Pflanzliche Ernährung ist weit mehr als Klimaschutz. Sie ermöglicht Inklusion am Esstisch, indem sie weniger Sonderlösungen erfordert: Ein pflanzliches Menü kann von fast allen Kindern gemeinsam gegessen werden – unabhängig von religiösen Speisevorschriften oder ethischen Überzeugungen.

Ausserdem bringt die pflanzliche Ernährung auch Vorteile für Allergiker:innen: Laut menuCH-Kids leiden 11,6 Prozent der Kinder an Allergien oder Intoleranzen, wobei Milchprodukte der häufigste Auslöser sind. Ein pflanzlicher Klimateller reduziert hier den Bedarf an aufwendigen Sonderlösungen.

Zitate

Tobias Sennhauser, Tier im Fokus (TIF): «Pflanzliche Menüs sind ein einfacher Schritt mit grosser Wirkung: Sie entlasten das Klima und reduzieren das Tierleid. Die Stadt soll jetzt ihre Verantwortung wahrnehmen.»

Franziska Geiser, Grünes Bündnis (GB): «Ein gemeinsames Mittagessen soll möglichst alle Kinder einschliessen. Pflanzliche Menüs machen das einfacher, weil sie religiöse, ethische und gesundheitliche Bedürfnisse besser zusammenbringen.»

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