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Medienmitteilung

Tier im Fokus (TIF) fordert Transparenz zur Flamingo-Haltung in Bern

Wird die Haltung im Tierpark Bern den Tieren angepasst – oder die Tiere der Haltung? Das will ein überparteilich getragener Vorstoss im Berner Stadtrat wissen. Der Vorstoss wurde wenige Tage vor der Abstimmung über den Tierpark-Ausbau vom 14. Juni eingereicht.

Tier im Fokus (TIF) hat die Interpellation «Flamingos im Tierpark Bern: Wird die Haltung den Tieren angepasst oder die Tiere der Haltung?» im Stadtrat eingereicht. Im Zentrum steht die Frage, ob der Tierpark die flugfähigen Vögel am Wegfliegen hindert – und falls ja, mit welcher Methode, wie oft und mit welchen Folgen.

Eine Übersichtsstudie in der Fachzeitschrift Animal Welfare hält fest, dass solche Eingriffe seit über hundert Jahren vorgenommen werden, zunehmend umstritten sind und dass gerade für Flamingos kaum Daten zu den Tierwohlfolgen vorliegen. «Die Haltung ist den Tieren anzupassen, nicht die Tiere der Haltung», sagt Tobias Sennhauser, Stadtrat für Tier im Fokus (TIF). «Wenn ein Vogel erst flugunfähig gemacht werden muss, damit er in eine Anlage passt, dann gehört er nicht in den Tierpark Bern.»

Mitgetragen wird die Interpellation über die Parteigrenzen hinweg: Neben Erstunterzeichner Tobias Sennhauser (TIF) haben David Böhner (AL), Matteo Micieli (PdA), Gourab Bhowal (JUSO) und Dominique Hodel (SP) unterzeichnet.

Flamingos nicht bedroht

Der Vorstoss benennt weitere Schwachstellen. So gehört laut Tierparkreglement die Erhaltung bedrohter Arten zu den Aufgaben des Tierparks – Rosaflamingos aber gelten gemäss dem tierparkeigenen Tierlexikon als nicht bedroht.

Und ihr Rosa entsteht nicht von selbst: Es wird mutmasslich durch Zusätze im Futter erhalten. Dadurch sehen Besuchende nicht, wie Flamingos unter diesen Haltungsbedingungen tatsächlich aussehen würden, sondern das bekannte Bild aus Büchern, Filmen und Postkarten. Das steht im Widerspruch zum Bildungsauftrag des Tierparks. «Der Tierpark sollte Tiere zeigen, wie sie sind, nicht wie das Publikum sie erwartet», sagt Sennhauser.

Schliesslich will Tier im Fokus (TIF) vom Gemeinderat wissen, ob er bereit ist, den Grundsatz ins Tierparkreglement aufzunehmen, dass sich die Tierhaltung nach den Bedürfnissen der Tiere richten muss – und nicht umgekehrt. Der Vorstoss erfolgt kurz vor der Abstimmung vom 14. Juni, bei der die Stadtberner Stimmbevölkerung über den Ausbau des Tierparks entscheidet.

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