22Jul 13
Buchnotiz
„Die Wunden der Schöpfung heilen“ (Wangari Maathai)
Wangari Maathai: "Die Wunden der Schöpfung heilen", Herder Verlag 2012, 240 Seiten, ca. CHF 30.--
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Wangari Maathai war die erste afrikanische Friedensnobelpreisträgerin. Die Umwelt- und Demokratieaktivistin gründete 1977 die Graswurzelbewegung Green Belt Movement (GBM), die für ökologische und soziale Anliegen kämpft. Bekannt wurde die Kenianerin durch Baumpflanzungsaktionen, doch sie wollte auch menschliches Potential spriessen sehen. Die Professorin setzte sich ein für Bildung, Fairness und Selbstermächtung – überwiegend bei Armen und vor allem bei Frauen. Maathai starb 2011 an Krebs.
Die Wunden der Schöpfung heilen soll ein Weckruf sein. Mit den vier Grundwerten des GBM setzt sich Maathai für gesellschaftlichen und ökologischen Wandel ein: Positiver Einsatz für die Erde, Wertschätzung der Ressourcen, Selbstermächtigung und ehrenamtliches Engagement. Diese universellen Werte hält Maathai für die Ursache des weltweit andauernden Erfolges von GBM.
Die Lektüre ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil versucht Maathai „die Wunden zur Kenntnis zu nehmen“, die der Erde und deren BewohnerInnen schaden. Im nächsten Teil zeigt sie Perspektiven auf, um auf unseren Planeten zu blicken – vom Mond aus, über alle Zeitalter hinweg und mit „Schwerpunkt auf das Lokale“. Im dritten Teil gibt die Autorin Ratschläge, wie die obigen Grundwerte des GBM im Alltag übernommen werden können.
Säkulare LeserInnen werden am stark religiös geprägten Weltbild der Autorin keinen Gefallen finden. Maathai sieht die Ursache der Weltprobleme in einem spirituellen Mangel, die Lösung entsprechend in der Befreiungstheologie bzw. im interreligiösen Austausch. Obwohl andere politische Bewegungen vom GBM enorm profitieren könnten, könnte dies leider durch die religiöse Orientierung verhindert werden.
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