4Jun 13
Buchnotiz
„Kein Fleisch macht glücklich“ (Andreas Grabolle)
Andreas Grabolle: "Kein Fleisch macht glücklich" Goldmann Verlag 2012 416 Seiten, ca. CHF 14.90
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Andreas Grabolle, Kein Fleisch macht glücklich, Goldmann Verlag 2012, Taschenbuch, 416 Seiten, ca. CHF 14.90
In Kein Fleisch macht glücklich, das vom Vegetarierbund Deutschland empfohlen wird, begibt sich Gabrolle auf eine „Erkundungsreise durch die Kultur und Unkultur des Fleisches“. Doch auf der Tour mit dem verdeckten Tierfilmer Jan Pfeifer, bei der sie Hühner-, Puten- und Schweinemastanlagen besuchen, beginnt der Flexitarier sein Konsumverhalten zu hinterfragen. Als er lernt, wie die moderne industrielle Fischerei funktioniert und welche Auswirkungen sie für die Fische hat, dämmert es dem zwischenzeitlichen Pesco-Vegetarier: Auch Fische fühlen Schmerz! Schliesslich knöpft Grabolle sich die Eier- und Milchwirtschaft vor – und beendet seine Erkundungsreise als Veganer.
Bald lernt Grabolle, dass es auch anders geht: von Anarchos bis Normalos – vegan zu leben scheint möglich. Auch gesund schauen sie aus. Das ist dem jungen Vater wichtig, weshalb er reichlich Informationen über die pflanzliche Kost zusammenträgt und sie tabellarisch aufbereitet. Auch von der „Bedrohung, die weltweit von Viren und Bakterien aus Tierhaltungsbetrieben ausgeht“, weiss Grabolle zu berichten, und fährt fort mit den desaströsen Auswirkungen der Tierproduktion auf die Umwelt. Abgerundet wird der kulinarische Werdegang des Autors mit einem veganen Rezepteplan für eine ganze Woche.
Mit moralischen Apellen hält sich Grabolle vornehm zurück. Er selbst mag sich allerdings über mögliche „Ausnahmeregelungen“ nicht länger Gedanken machen. Auch inhaltlich liess sich Grabolle zu keinen halben Sachen verleiten: Kein Fleisch macht glücklich ist mit über 400 Seiten ein echter Schunken, in dem von Theorie über Praxis alles zur Sprache kommt.
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