Wie leben Schweine in der Schweiz?

In der Schweiz leben rund 1,3 Millionen Mastschweine. Jährlich werden etwa 2,4 Millionen Schweine geschlachtet – meist im Alter von nur fünf bis sechs Monaten. Unter natürlichen Bedingungen könnten Schweine sieben bis zehn Jahre alt werden.

Leben im Stall

Die meisten Schweine verbringen ihr ganzes Leben in Ställen auf Beton- oder Spaltenböden. Weiden oder Suhlen im Schlamm sind selten. Für ein Schwein mit bis zu 110 kg sind gesetzlich nur etwa 0,9 m² Platz vorgeschrieben. Auf einer Fläche in der Grösse eines Parkplatzes können so bis zu zehn Schweine gehalten werden.

Schweine müssen zwar Beschäftigungsmaterial wie Stroh oder Raufutter erhalten. Eine eingestreute Liegefläche ist jedoch nicht vorgeschrieben.

Labels und Realität

Rund die Hälfte der Schweine lebt in sogenannten BTS-Ställen, viele davon mit Zugang zu einem Aussenbereich (RAUS). Dieser Auslauf besteht meist aus Beton oder Spaltenboden. Weidegang ist bei diesen Programmen nicht vorgeschrieben.

Auch bei Bio-Schweinen, die mehr Platz und Einstreu erhalten, bleibt das Grundprinzip gleich: Die Tiere werden jung gemästet und geschlachtet. Der Bio-Anteil liegt bei etwa 3,2 %.

Eingriffe und Gesundheit

Ferkel werden in der Schweiz meist in den ersten Lebenswochen kastriert. Teilweise werden ihre Eckzähne abgeschliffen, um Verletzungen zu verhindern.

Die intensive Haltung führt häufig zu gesundheitlichen Problemen. Viele Schweine leiden an Atemwegs-, Herz- oder Gelenkerkrankungen. Stress und Enge können Verhaltensstörungen wie Schwanz- oder Ohrenbeissen auslösen. Um Krankheiten vorzubeugen oder zu behandeln, werden in der Mast regelmässig Antibiotika eingesetzt.

Warum wir hinschauen

Schweine sind intelligente und soziale Tiere. In der industriellen Produktion bleibt jedoch kaum Raum für ihre natürlichen Bedürfnisse.

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