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Tierrechtskongress 2026

«Das Highlight des Jahres»

An unserem Tierrechtskongress kamen täglich 150 bis 180 Menschen zusammen, um zuzuhören, zu diskutieren und einander kennenzulernen. Ein Rückblick auf drei bunte Tage in der Photobastei in Zürich.

Text: Tier im Fokus (TIF) | Fotos: Jessica Ladanie

Vom 23. bis am 25. Oktober 2026 bezogen wir die Photobastei. Das Haus ist charmant und ein bisschen chaotisch, und gerade deshalb fühlte man sich darin wie zu Hause in der guten Stube.

Die Stimmung war ausgezeichnet: manchmal fröhlich, manchmal euphorisch, stets aber familiär. Eine Person resümierte den Kongress so: «Das war das Highlight des Jahres.»

Von der Bewegung für die Bewegung

Wir haben uns bewusst gegen einen thematischen Schwerpunkt entschieden. Statt einen Kongress nur zu Landwirtschaft, Politik oder Ernährung zu machen, wollten wir ein Programm zusammenstellen, das so vielfältig ist wie die Bewegung selbst. 33 Referierende aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Österreich reisten dafür nach Zürich: aus Tierrechtsorganisationen und von Lebenshöfen, von Hochschulen, aus der Politik und aus veganen Unternehmen. Es sollte ein Kongress von der Bewegung für die Bewegung sein.

Wir haben gehört, dass das Programm sehr viel war, sehr dicht, aber auch sehr gut. Tatsächlich musste man immer wieder zwischen zwei Vorträgen wählen, die man beide gerne gesehen hätte. Es war die Qual der Wahl.

Nach manchen Vorträgen bildeten sich regelrechte Fangruppen. Sie tauschten sich mit leuchtenden Augen über das eben Gehörte aus.

Michael Meier alias Denkpinsel hat an allen drei Tagen mitgezeichnet, was auf den Bühnen gesagt wurde. Entstanden sind drei Panoramen, eines pro Tag.

Lautes Geschnatter

Am Freitagabend probierten wir etwas Neues: ein Speed-Kennenlernen über 15 Runden. Je zwei Menschen sassen sich gegenüber und sprachen kurz über eine Frage, etwa «Demo oder Schreibtisch?», «Kleine Schritte oder Revolution: Was bringt uns ans Ziel?» oder «Welche Begegnung mit einem Tier wirst du niemals vergessen?».

Es war lustig, viele neue Kontakte entstanden. Etwas haben wir allerdings unterschätzt: Die Stühle standen zu nahe beieinander, alle mussten laut sprechen, um sich zu verstehen. Beim nächsten Mal rücken wir sie weiter auseinander. Diesmal aber herrschte im Raum ein lautes, fröhliches Geschnatter.

Am Samstagabend wurde es musikalisch: Soya the Cow und Piano Prince sangen in ihrem Konzert «Queere Tiere» über schwule Schwäne, zweigeschlechtliche Regenwürmer und die Vielfalt im Tierreich. Einige Rückmeldungen nannten das Konzert als Höhepunkt des Kongresses.

Das sagen die Teilnehmenden

Was nicht rund lief

Einen Kongress auf die Beine zu stellen, ist eine Riesenarbeit, und manches lässt sich auch mit der besten Vorbereitung nicht vorhersehen. Wie viele Menschen sich anmelden und wie viele dann tatsächlich oder spontan erscheinen, weiss man erst vor Ort.

Beim Essen gab es einige Engpässe: Am Freitagabend fehlten ein bis zwei Bowls, die Schlangen am Foodtruck waren lang und es wurde viel Einweggeschirr verwendet. Das wollen wir beim nächsten Mal besser machen.

Auch die Pausen zwischen den Beiträgen waren zu knapp. Mehr als einmal reichte die Zeit nicht für ein Getränk an der Bar, bevor es weiterging. Und der Herbst fand seinen Weg in die Photobastei: In den Räumen zog es, und es wurde kalt. Das notieren wir uns fürs nächste Mal.

Weniger rühmlich ist, dass in der Photobastei eine barrierefreie Toilette fehlt. Das entspricht nicht unseren Standards, und dafür entschuldigen wir uns.

Getragen von vielen

Veranstaltet hat den Kongress Tier im Fokus (TIF), mitgetragen haben ihn die Stiftung für das Tier im Recht (TIR), Swissveg, TransFARMation, Hof Narr, Animal Rights Switzerland, Stadttauben Schweiz, der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen (DBT), Films for Future, DAS TIER + WIR und der Berner Tierschutz. Möglich wurde er aber erst dank mehreren Dutzend Helfer:innen, ohne die nichts gelaufen wäre. Danke euch allen!

Gruppenbild des Teams in den schwarzen Kongress-T-Shirts

Bis zum nächsten Mal

Wir aus dem OK sind vor allem dankbar. Einen Tierrechtskongress planen und durchführen zu dürfen, ist eine Erfahrung, die man nicht alle Tage macht, ja nicht einmal oft im Leben.

Dass so verschiedene Menschen drei Tage lang miteinander zugehört, diskutiert und gelacht haben, macht uns zuversichtlich für die Tiere. Die Bewegung kennt viele Wege zum Ziel, von der Demo bis zum Schreibtisch, von kleinen Schritten bis zur Revolution. Und sie kann diese Vielfalt nicht nur aushalten, sondern feiern.

Kurz: Die Tierrechtsbewegung ist erwachsen geworden.

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